2017 Techniks MK-2 Plattenspieler, Injektionsnadel als Tonabnehmer

2017 Techniks MK-2 Plattenspieler, Injektionsnadel als Tonabnehmer

 

Dialog

Die Arbeit schafft ein Archiv, bestehend aus persönlichen Geschichten der jeweiligen Akteure und Akteurinnen vom Platzspitz. Zusammengetragen wird eine Sammlung von Aussagen aus diversen gesellschaftlichen Schichten. Es handelt sich um beindruckende Erzählungen, die auf Schallplatten (Vinyl) ge- speichert werden und so eine individuelle Spur hinterlassen. Die Schallplatten dienen als Zeitdokumente, mit denen ich versuche, persönliche Geschichten zu erhalten, bevor diese mit dem Dahinleben der Erzähler verschwinden. Ein äusserst aufwändiges Vorhaben: Vertrauen zu schaffen und die Leute für Interviews zu gewinnen ist ein mühseliger Prozess, der Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Unmittelbar nachdem ich mich ihrer Geschichten annehme, scanne ich die Menschen mit einem handlichem 3D Scanner vor Ort ab. Damit erfasse ich ihre Präsenz nicht bloss historisch, sondern auch physisch – Gestalten, die über viele Jahre durch die Gesellschaft dazu konditioniert wurden, sich unsichtbar zu machen. Dabei geht es mir darum, ihre Stigmatisation nicht weiter zu verbergen, sondern ihnen und wieder einen Körper und eine Geschichte in der Öffentlichkeit zu verleihen. Eine Art Wiedergeburt im digitalen Platzspitz. Zusammenhängend recherchiere ich im Archiv der Stadt Zürich und sichte Zeitungsartikel, die seit der Entstehung der Drogenszene der Siebziger Jahren publiziert wurden und fokussiere dabei vor allem auf ihren Einfluss auf die Meinungsbildung und den gesellschaftlichen Diskurs, der über drogenabhängige Menschen geführt wurde und wird.

2016




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